Die Geschichte des Fürstenhof Celle
Der Fürstenhof Celle ist aus einem herrschaftlichen Adelshof der Celler Barockzeit hervorgegangen. Das Palais Adelebsen – einst „Adelshof von der Osten“ – ist der einzige von vielen Adelshöfen aus dieser Zeit, der unversehrt erhalten blieb. Als typisches Landhaus, wie sie unter Herzog Georg Wilhelm nahe dem Schloss entstanden, bewahrt es bis heute ein wertvolles Stück Celler Kultur- und Stadtgeschichte.
Seine Geschichte reicht bis um das Jahr 1670 zurück. Über Jahrhunderte war das Anwesen Stadtsitz bedeutender Persönlichkeiten und Adelsfamilien, wechselte mehrfach den Besitzer und stand schließlich sogar vor dem Abbruch. 1969 wurde das Palais gerettet und als Hotel individuellen Stils neu belebt. 1970 eröffnete der Fürstenhof Celle; seit 2005 gehört das Haus zur Althoff Collection
Um 1670 – Die Errichtung des alten Freihauses
Die Errichtung des alten Freihauses um das Jahr 1670 wird Francesco Maria Cappellini Stechinelli zugeschrieben. Der abenteuerliche Venezianer kam von einer Italienreise mit Herzog Georg Wilhelm nach Celle. Aus dem armen Betteljungen wurde eine angesehene Persönlichkeit am Hofe und ein wohlhabender Mann.
Nach Stechinelli – Ein Stadtsitz für Adelsfamilien
Nach Stechinelli und dem französischen Generalmajor von Beauregard diente das Anwesen einer Reihe von Adelsfamilien als Stadtsitz. Dazu gehörten die Familien von der Osten und Adelebsen. Sie waren nach Celle berufen worden, um als Beamte am Hofe oder als Richter am Oberappellationsgericht zu wirken, dem heutigen Oberlandesgericht.
1787 bis 1817 – Die Familie von Hardenberg
Von 1787 bis 1817 bewohnte der Oberappellationsrat Carl Philipp Graf von Hardenberg das Anwesen. Der Vater des Celler Richters war vom Kaiser mit dem Reichsgrafentitel ausgezeichnet worden.
Die Stammburg der Hardenbergs bei Göttingen ist noch heute zu sehen. Zu den bedeutenden Vorfahren der Familie zählten Friedrich Leopold von Hardenberg, der als Dichter der Romantik unter dem Namen Novalis bekannt wurde, sowie Karl-August Fürst von Hardenberg. Dieser war zunächst im hannoverschen Staatsdienst und anschließend im Dienste des Herzogs von Braunschweig tätig. König Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn zum Außenminister und 1810 zum preußischen Staatskanzler.
Wechselnde Besitzer, eine schwierige Zeit und Rettung vor dem Abbruch
Über die Jahre wechselten die Besitzer des Hauses. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine schwierige Phase mit Einquartierungen. Schließlich gelangte das Haus in den Besitz der Stadt Celle.
Christian Ludwig Graf von Hardenberg bewahrte das unter Denkmalschutz stehende Palais 1969 mit größtem persönlichem und finanziellem Einsatz vor dem geplanten Abbruch. In Gedenken an seinen einst hier lebenden Vorfahren rettete er damit ein wertvolles Stück Kultur- und Stadtgeschichte für nachkommende Generationen und die Celler Bürger.
Der Fürstenhof als Hotel
Mit der Rettung des Palais wurde Christian Ludwig Graf von Hardenberg zum Gründer des Fürstenhofs Celle. Er schuf ein Hotel individuellen Stils, das 1970 eröffnet wurde.
Seit 2005 gehört das Hotel Fürstenhof zur Althoff Collection.