Weltklasse in der Stille der Eifel
Versteckt, fast ein wenig abseits der Welt und genau das macht das Waldhotel Sonnora in Dreis bei Wittlich so besonders. Magdalena und Clemens Rambichler haben das Erbe der Familie Thieltges nicht nur übernommen, sie haben es mit Herzlichkeit, Präzision und einer unverkennbaren eigenen Handschrift weitergeschrieben. Ein Besuch hier lässt keinen Zweifel: Das Sonnora gehört zur absoluten Weltspitze.
Einfach viel zu lange schon habe ich mir einen Besuch bei Familie Rambichler vorgenommen, nun stand dem nichts mehr im Wege. Wer die Anfahrt zum Waldhotel Sonnora nicht kennt, wird sich auf den letzten Kilometern fragen, ob die Adresse in der Navigation auch stimmt. Keine Sorge, das tut sie.
Eine Nachfolge, die keine Abstriche macht
Die jungen Gastronomen haben das Anwesen als Nachfolger der Familie Thieltges seit 2017 übernommen und weiter ausgebaut – nicht nur architektonisch, sondern auch kulinarisch. Keine Frage, ein großes Erbe, das die beiden souverän und mit Herzlichkeit jeden Tag auf sich nehmen. Unsere Begrüßung und die Freude der Gastgeber beim Empfang ließen keine Zweifel aufkommen: Magdalena und Clemens Rambichler sind genau da, wo sie sein wollen – in ihrem „Sonnora“ in Dreis bei Wittlich.
Wer im Sonnora übernachtet und am Nachmittag anreist, wird im Salon zum Verweilen bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen oder auch mit einem Glas Champagner verwöhnt. Unser Zimmer war eines der neu gestalteten im Sonnora, das uns wunderschön hell, gemütlich, elegant und großzügig empfing.
Präzision, die man schmeckt
Am Abend trat ich in das elegante Restaurant, wo mein ehemaliger Sommelier aus dem Vendôme, Marco Franzelin, mich begrüßte. Nach einem Glas Champagner zum Aperitif wurde ich mit einer Reihe von kleinen Geschmacksexplosionen aus der Küche gegrüßt:
- Marinierter Bauch und Rücken von schottischem Label-Rouge-Lachs
- Gefülltes Rührei mit gegrillter Hühnerkeule & Yuzu-Zitronen-Thymian-Zabaione
- Gillardeau-Auster No. 2 & eingelegter Fenchel, Kopfsalat und Birnenvinaigrette
- Bretonischer Taschenkrebs mit Wasabi, Avocado & gelierter Krustentieressenz
- Kleiner Eierstich vom Bachsaibling aus der „Isère“, Fingerlimes & Algen
- Lauwarme bretonische Seespinne mit Limette & Périgord-Trüffelzabaione
Allesamt sehr präzise abgestimmt und federleicht im Mund.
Das Menü
Bretonischer Hummer
In der Schale gebraten, mit Staudensellerie-Apfelsalat, Ingwer, Zitronengras & gegrillter Limette
Langoustines Royales mit Foie Gras
Rohe Pflaume & Périgord-Trüffel, aromatisiert mit Tahiti-Vanille und Beurre Noisette
Tranchen vom Steinbutt aus der Vendée „Romanow“
N25-Kaviar, rote Bete, Romana-Salat, aufgeschäumter Steinbuttsud
Wagyu Entrecôte Kagoshima A5 vom Holzkohlegrill
Mit karamellisierter Röstzwiebelnage & weißem Trüffel aus Alba
Tarte von Ananas aus Martinique
Über Holzkohle gegrillt, mit Sud von indischen Gewürzen, Mango, Tahiti-Vanille-Eis und gereiftem Rum
So endet ein Abend im Sonnora
Die abschließenden Petit Fours gehören wohl zu dem umfassendsten Reigen, den man sich nur erträumen kann: Madeleines mit Preiselbeersahne, gebackene kleine Krapfen, Mini-Opera-Schnitten, Zartbitter-Schokoladenganache, Kaffeeschnitten, Limonen-Tartelettes, erfrischendes Mangosorbet, Tiramisu und kleine Himbeertörtchen.
Das sehr feine, leichte und ausbalancierte Menü war beeindruckend und ließ keinen Zweifel daran: Auch in Deutschland befinden sich die besten Restaurants, die einen Platz in der Weltspitze beanspruchen.
Der herzliche Service mit unscheinbarer Professionalität schart sich um Magdalena Rambichler und Marco Franzelin im Restaurant und strahlt eine familiäre Atmosphäre aus – wie bei Freunden zu Hause. Dass speziell Marco Franzelin zu den Top-Sommeliers in Europa gehört, ist längst ein offenes Geheimnis und für alle Weinkenner ein weiterer Grund für einen Besuch im Sonnora.
Nach einer sehr angenehmen und ruhigen Nacht erwartete uns am nächsten Morgen das nächste Highlight: „Das Frühstück“, wie man es nur selten bekommt. Alles war mit sehr viel Liebe und Augenmerk fürs Detail zubereitet worden. Die Eierspeisen sind ein Muss! Auch wenn der Appetit nach dem vorigen Abend noch verhalten erscheint – keine Sorge, das ändert sich beim ersten Bissen.
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