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Zu Gast im IGNIV: Eine Reise durch Geschmack und Gastlichkeit

Ein Abend im IGNIV in der Marktgasse in Zürich ist weit mehr als ein Restaurantbesuch, er ist ein Erlebnis. Andreas Caminadas Vision einer Küche, in der Teilen zur Philosophie wird, entfaltet sich hier in all ihrer Präzision und Leichtigkeit: von filigranen Aperitif-Happen über asiatisch inspirierte Gänge mit Tiefgang bis hin zu einer Pâtisserie mit unverkennbarer Handschrift. Gastgeber Daniel Zeindlhofer und Sommelier Manuel Beer schaffen dabei eine Atmosphäre, die so warm und ungezwungen ist, dass man unbedingt wiederkommen möchte.

Das Bild zeigt ein elegantes Restaurant mit runden Tischen, gepolsterten Sitzbänken und modernem Lichtdesign. Farbliche Akzente durch hängende Lampen schaffen eine angenehme Atmosphäre. Die Arrangements sind speziell für gesellige Zusammenkünfte gestaltet.

Seit vielen Jahren kreuzen sich meine Wege mit einem sehr geschätzten Freund und Kollegen: Andreas Caminada. Er zählt nicht nur aus meiner Sicht zu den besten Köchen Europas, sondern ist auch weltweit hoch angesehen. Sein 3-Sterne-Restaurant Schloss Schauenstein in Fürstenau ist das zentrale Herzstück dieses sehr umtriebigen und herzlichen Gastronomie-Unternehmers in der Schweiz.

Teilen als Philosophie

Auf einem rechteckigen Glasplatten liegt eine kleine Dessertplatte mit zwei Stücken Torte. Die Torte hat eine goldene Kruste und ist mit dunkler Fruchtsoße und kleinen Beeren dekoriert.

Bei dieser Reise, die mich auch nach Zürich führte, wollte ich es mir nicht entgehen lassen, das IGNIV in der Marktgasse in Zürich zu besuchen, welches ebenfalls zu den Restaurants von Andreas Caminada zählt. Er steht selbst nicht als Akteur am Herd – muss er auch nicht. Sein Team ist großartig und sehr familiär eingespielt. Die Besonderheit im IGNIV ist: Es spricht den kulinarischen Zeitgeist der Gäste sehr subtil und erlebnisreich an, denn man kann alle köstlichen Kreationen mit seinen Tischpartnern teilen.

Wärme vom ersten Moment

Ein elegantes Restaurant mit gedämpftem Licht, moderner Einrichtung und runden Tischen. Die Tische sind stilvoll eingedeckt und umgeben von bequemen Sitzgelegenheiten. Eine auffällige Deckenleuchte sorgt für besondere Akzente im Raum. Einladende Atmosphäre für entspannte Mahlzeiten.

Der Abend begann mit einem herzlichen Empfang des Gastgebers und Chefs Daniel Zeindlhofer sowie vom Restaurantleiter und exzellenten Sommelier Manuel Beer. Das IGNIV, was aus der rätoromanischen Sprache kommend so viel wie „Nest“ bedeutet, verströmt bei gedämpftem Licht eine gemütliche, sehr private und entspannte Atmosphäre.

Der Auftakt

Unser Menü begann mit kleinen, köstlichen „One Bite“-Happen zum Aperitif. Allesamt sehr geschmacksintensiv, leicht und filigran. Sehr passend zu einem Champagner-Aperitif:

  • Buttermilch – Röstzwiebel – Hühnerbrust
  • Saibling – Nussbutter – Salzzitrone
  • Kohlrabi – Swiss Shrimp – Meerrettich
  • Birne – Hefe – Käse

Die folgenden vier Gerichte, die zum Anfang des Menüs zusammen aufgetischt wurden:

  • Zander – Lauch – Austernblatt
  • Scampi – grüne Chili – Senfgurke
  • Rind – Trüffel – Ponzu
  • Hummer – Rettich – Finger Lime

Dieser kleine Vorspeisenreigen überraschte durch seine subtile asiatische Balance und ausgewogene Säure, die einmal vergoren in einer Ponzu, mit dem zitrusintensiven Aroma der Fingerlime oder durch die feine Säure der Marinade beim Zander und Lauch zu schmecken war.

Ein kunstvoll angerichtetes Dessert auf einem eleganten Glasteller. Die Süßspeise besteht aus einer cremigen Basis, garniert mit einer dekorativen Schicht aus rotem Fruchtkompott und einer kleinen Blüte. Der Teller hebt sich vor einem dunklen Hintergrund ab.
Drei dekorative Schalen auf einem Tisch zeigen verschiedene süße Leckereien. Die Schalen sind kunstvoll gestaltet und enthalten bunte Desserts, die eine Vielfalt an Texturen und Farben präsentieren.

Ein Trio mit Tiefgang

Im Anschluss folgten drei Gerichte mit ebenfalls asiatischer Ausrichtung:

  • Milke – Brombeere – Pilz
  • Hamachi – Sellerie – Szechuan
  • Kimchi – Karotte – Buchweizen

Die wunderbare Umaminote beim Kalbsbries (Milke) mit Pilzen gab diesem Teller Ausdruck und Kraft. Die feine, sellerieparfümierte Bouillon beim Hamachi mit angenehmer Szechuan-Pfeffernote und das leicht süßlich-vergorene Karotten-Kimchi mit geröstetem Buchweizen verliehen diesem Trio einen mehrdimensionalen geschmacklichen Spannungsbogen.

Die Überraschung

Als kleine Überraschung servierte man uns ein „Signature Dish“ des Hauses: Unter einer Glasglocke mit weichem Raucharoma lagen zwei gebackene Würfel von der Poularde mit einem hausgemachten, würzig-süßlichen Ketchup – in Anlehnung an das amerikanische Fast-Food-Gericht mit gebackenem Hühnchen aus Kentucky. Nur eben fein und sehr delikat.

Das herzhafte Finale

Die anschließenden vier Hauptgänge rundeten die herzhaften Gerichte perfekt ab:

  • Wachtelbrust – Rotkohl – Pickles
  • Wachtelkeule – Rande – Cassis
  • Presa – Bittersalate – Kürbiskernmole
  • Kürbis – Zitronengras – Myoga

Die zarte Wachtelbrust mit gepickelten Perlzwiebeln und Rotkohl, die Rande (oder auch Rote Bete genannt) mit der Wachtelkeule und Cassis waren sehr fein aufeinander abgestimmt. Die rosa gebratene Presa vom Schwein mit Bittersalat und Kürbiskernmole, aber auch der Kürbis mit Zitronengras und dem ingwerähnlichen Gewächs „Myoga“ rundeten dieses Quartett perfekt ab.

Pâtisserie mit Handschrift

Auf einem eleganten Tisch stehen mehrere Teller mit feinen Desserts. Darunter sind kleine Küchlein mit Creme und grünem Blattwerk sowie Eier in dekorativen Gläsern. Die Anordnung bietet eine ansprechende Präsentation der süßen Leckereien in einer stilvollen Umgebung.

Die Dessert-Kreationen zum Abschluss des Menüs:

  • Ei Royale – Zitrus – Aprikosenkern – Anis
  • Pistazie – Mango – Milch
  • Earl Grey – Johannisbeere – Shiso
  • Bratapfel – Ingwer – Karamell
  • Mohn – Hefe – Zwetschge

Eine wunderbare Zusammenstellung und handwerklich sehr präzise Pâtisserie mit einer Handschrift, die einen Österreicher als Chef in der Pâtisserie vermuten lässt.

Ein elegantes Dessert in einem Kristallglas, gefüllt mit einer cremigen Mischung und dekoriert mit Beeren, steht auf einem roten Tisch. Daneben liegt ein gläsernes Gericht mit zwei goldbraunen Madeleines. Der Hintergrund zeigt eine stilvolle Couch.
Ein elegantes Cocktailglas enthält einen farbenfrohen Drink mit einer schaumigen Oberfläche. Oben ist ein Blatt Basilikum dekorativ platziert. Der Drink hat eine ansprechende, schichtartige Farbgebung in warmen Tönen. Der Hintergrund ist dunkel, wodurch die Farben des Cocktails hervorstechen.

Der charmante Abschied

Zwei Männer stehen in einem eleganten Restaurant. Der erste Mann trägt einen Anzug und eine Krawatte, der zweite trägt eine dunkle Kochjacke. Beide wirken freundlich und professionell, mit lächelnden Gesichtern. Im Hintergrund ist die stilvolle Restaurantumgebung mit Tischen und sanfter Beleuchtung zu sehen.

Zum Abschluss darf sich jeder Gast auf dem Heimweg noch eine süße Wegzehrung an der „Süßen Wand“ – einer Art übergroßem Setzkasten mit allerlei Süßigkeiten – aussuchen. Eine sehr charmante Art und Weise, Auf Wiedersehen zu sagen.

Ich habe mich für wunderbare Stunden beim ganzen Team des IGNIV in der Marktgasse zu bedanken. Alle Mitarbeiter ließen eine Leichtigkeit bei voll belegten Tischen verspüren und fanden stets für alle Fragen Zeit.

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